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Gletscherwanderungen

UNTERWEGS
AUF DEM EISIGEN OZEAN

Tipps für Gletscherwanderungen

Gletscher haben etwas Mystisches. Sie zu begehen ist ein faszinierendes Abenteuer.


 

Wie kalte, raue Zungen erstrecken sie sich über ganze Landstriche in alpinen Regionen. Sie sind gewaltig und bewegen sich je nach Hangneigung und Temperatur ganz eigenständig. Seit Jahren werden sie kleiner, dahingerafft durch die voranschreitende Erwärmung der Erdoberfläche. Trotzdem sind sie noch da und unübersehbar, die ursprünglich aus Schnee entstandenen Eismassen, die wir Gletscher nennen. Sie sind bis heute die grössten Süsswasserspeicher der Welt. Gletscher bedecken in den Polargebieten grosse Teile der Landflächen und sind bedeutende Wasserzulieferer für unzählige Flusssysteme. Ihr namhafter Einfluss auf das globale Klimagleichgewicht ist unter Wissenschaftlern unbestritten.

Die Kraft und Mystik der Gletscher übt auf Bergsteiger und Tourengeher seit jeher eine fast magische Anziehungskraft aus. Anspruchsvolle Gletschertouren gehören deshalb zu den absoluten Highlights im Leben fast aller ambitionierten Alpinisten. Dass Abenteuer auf dem dicken Eis auch Tücken und teils erhebliche Unfallrisiken bergen, wissen zumindest die geübten Bergsteiger sehr genau. Das ist ein Teil der Faszination.

Zweifelsfrei stellt eine Gletschertour ganz andere Anforderungen an die Ausrüstung als eine Tageswanderung auf den Hausberg. Die Packliste umfasst ein Steigeisen mit Frontalzacken, dazu einen funktionstüchtigen Eispickel, eine Rohreisschraube sowie ein Gletscherset, bestehend aus mehreren Schnapp- und Schraubkarabinern sowie stabilen Sicherheitsseilen. Beim Sturz in eine Gletscherspalte sind sie lebensrettend. Und ganz wesentlich: Die qualitativ einwandfreie Gletscherbrille mit 100-Prozent-UV-Schutz darf nicht fehlen. Dazu Sonnencreme mit Schutzfaktor ab 50 aufwärts.  


Nachfolgend verraten sechs INTERSPORT Fachhändler
ihre persönliche Lieblingsgletscherwanderung:


 

Aletschgletscher - Kilian Volken, Volken Sport, Fiesch
1. Tipp

Aletschgletscher

Wallis

«Mit seinen 22,6 Kilometern ist der Aletschgletscher der längste Gletscher der Alpen. Eine Tiefe von über 900 Me­­tern und die Fläche von 81,7 Quadratkilometern komplet­tieren seine eindrücklichen Ausmasse, auf die wir hier in der Region auch etwas stolz sind. Besonders faszinie­rend ist für mich seine Fliessgeschwindigkeit von bis zu 200 Meter pro Jahr. Das Bergsteigerzentrum Aletsch bietet Ihnen wunderbare Sommer-Gletschertrekkings und im Winter unvergessliche Skitouren an. Ich kann diese wärmstens empfehlen.»


Die Lieblingsgletscherwanderung von:
Kilian Volken, Volken Sport, Fiesch

 


 

Wildstrubel-Gletscher - Dominik Gyger, Oester Sport, Adelboden
2. Tipp

Wildstrubel-Gletscher

Berner Oberland

«Mitten im wunderschönen Wildstrubelmassiv liegt der Wildstrubelgletscher, der von hier ins Lämmerental abfliesst. Im Winter wie auch im Sommer eignet sich die Region hervorragend für Ski- und Gletschertouren. Die hochalpine Gegend erfordert von Tourengehern einiges an Erfahrung. Mir gefällt es auf dem Wildstrubelgletscher besonders, weil man weit und breit nur Natur um sich herum hat. Schade ist einzig, dass er im Zuge der anhaltenden Gletscherrückgänge schon einiges seiner Länge eingebüsst hat.»


Die Lieblingsgletscherwanderung von:
Dominik Gyger, Oester Sport, Adelboden

 


 

Glacier 3000 - François de Crousaz, Altmann Sports, Vevey
3. Tipp

Glacier 3000

Wallis, Les Diablerets

«Er ist von weit her sichtbar, vom Jura bis nach Lausanne. Der Gletscher von Les Diablerets, bekannt als ‹Glacier 3000›, ist eine Institution in der Westschweiz. Man kann ihn wunderbar zu Fuss begehen, aber auch über unzählige Skitourenvarianten. Das Panorama über die Alpenwelt, welches der Gletscher seinen Besuchern bietet, ist schlichtweg atemberaubend. Der ‹Glacier 3000› bietet diverse Sportmöglichkeiten, aber auch eine hochdotierte Gastronomie. Ich war schon unzählige Male auf dem Gletscher. Er überrascht mich immer wieder von neuem.» 


Die Lieblingsgletscherwanderung von:
François de Crousaz, Altmann Sports, Vevey

 


 

Gornergletscher - Florian Julen, Slalom Sport, Zermatt
4. Tipp

Gornergletscher

Wallis

«Es gibt Leckerbissen, die man in einem Skifahrerleben nicht verpassen sollte. Ein solcher ist die fantastische Gletscherabfahrt vom Monte-Rosa-Massiv über den Gornergletscher nach Furi oberhalb Zermatt. Das Abenteuer beginnt im Heli der Air Zermatt. Er fliegt die Freerider auf 4200 Meter über Meer. Von hier beginnt die Abfahrt, auf der man satte 2400 Höhenmeter überwindet. Die Skifahrer werden dabei stets von einem erfahrenen Zermatter Bergführer begleitet. Er kennt die tollsten Routen über den Gornergletscher. Einfach unvergesslich!»


Die Lieblingsgletscherwanderung von:
Florian Julen, Slalom Sport, Zermatt

 


 

Weissmies/Triftgletscher - Daniel Zurbriggen, Zurbriggen Sport, Saas Grund
5. Tipp

Weissmies/Triftgletscher

Wallis

«Er ist ein Traum von einem Berg, für viele sogar der schönste 4000er-Gipfel überhaupt. Wer über eine solide Grundfitness verfügt, kann die Normalroute auf den Gipfel (4023 Meter über Meer) via Triftgletscher problemlos begehen. Treffpunkt ist die Talstation in Saas Grund, von wo es mit der Seilbahn bis Hohsaas auf 3200 Meter über Meer geht. Dort beginnt der Aufstieg, der rund dreieinhalb Stunden dauert. Der Abstieg ist in zweieinhalb Stunden zu bewältigen. Die ganze Strecke wird in der Regel als Tagestour angeboten, kann aber auch mit einer Hüttenübernachtung auf Hohsaas kombiniert werden.»


Die Lieblingsgletscherwanderung von:
Daniel Zurbriggen, Zurbriggen Sport, Saas Grund

 


 

Silvretta-Gletscher - Dumeng Andrist, Andrist Sport & Mode, Klosters
6. Tipp

Silvretta-Gletscher

Graubünden

«Wenn in Klosters die Sonne aufgeht, zaubert das Licht ein mystisches Funkeln auf den Silvrettagletscher. Dieser liegt direkt an der österreichischen Grenze im bekannten Tourengebiet ‹Blaue Silvretta›. In seinem Einzugsgebiet stehen diverse SAC-Hütten. Auf Routen in allen Schwierigkeitsgraden lassen sich sogar mehrere 3000er-Gipfel optimal miteinander kombinieren. Ich empfehle, diese Touren stets in Begleitung eines ortskundigen Bergführers in Angriff zu nehmen.»


Die Lieblingsgletscherwanderung von:
Dumeng Andrist, Andrist Sport & Mode, Klosters

Interview mit Hermann Berie


 

Hermann Berie, Bergführer, Schaffhausen

Hermann Berie

Bergführer, Schaffhausen
 
Nie allein auf den Gletscher!
Was fasziniert Sie am meisten an einer Gletschertour?

Gletscher sind wie riesige, erstarrte Flüsse aus Schnee und Eis. Oft vergleiche ich die gigantischen Eismassen mit einem Ozean. Wie auf dem Meer werden die Sonnen­strahlen auch vom Gletscher stark reflektiert. Das erzeugt bei gutem Wetter eine grossartige Stimmung. Das fasziniert mich enorm.

 

Welche Voraussetzungen muss man für eine Gletschertour mitbringen?

Eine solide Grundkondition. Wer problemlos mehrstündige Wanderungen im alpinen Gelände bewältigt, kann auch auf eine Gletschertour. Wichtig ist auch die Trittsicherheit im unwegsamen Gelände, da es auf einem Gletscher nicht immer eben ist und man oft mit Steigeisen gehen muss.

 

Kann man Gletschertouren auch allein in Angriff nehmen?

Grundsätzlich sollte man nie allein und ungesichert einen Gletscher be­treten. Unter der Schneedecke lauern Gletscherspalten, die selbst Experten oft kaum lokalisieren können.

 

Was ist zu tun, wenn jemand in eine Gletscherspalte fällt?

Wenn man vorher alles richtig gemacht hat, ist man in einer Gruppe unterwegs und korrekt angeseilt. Dann verläuft ein solcher Sturz meistens glimpflich. Die Kollegen ziehen den Gestürzten am Seil aus der Spalte.


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