Schluchtenwandern in Graubünden

An heissen Sommertagen geht nichts über eine Erfrischung beim oder nach dem Wandern. Nach dem gelungenen Aufstieg zum Gipfel die Füsse im kühlen Bergsee erfrischen, oder ein eiskaltes Getränk auf der Sonnenterrasse vor der Hütte geniessen.

Für alle, die noch mehr Abkühlung suchen ein heisser Tipp:

Wo es hohe Berge gibt, sind meist auch tiefe Schluchten nicht weit. Mein Sommer-Wandertipp sind darum zwei von Graubündens wilden Schluchten.

Viamala-Schlucht

Die Viamala-Schlucht am Hinterrhein liegt zwischen Thusis und Zillis-Reischen. Rund um die Schlucht locken verschiedene Routen über mehr oder weniger anspruchsvolle Trails. Wer früh aufbricht, hat die beiden spektakulärsten Teile der Schlucht am Morgen ganz für sich alleine.

Ausgangspunkt der 11km langen Wanderung ist der Campingplatz Rania kurz vor Zillis. Von hier führt ein breiter Wanderweg kurz bergauf, bevor der Pfad nach links abzweigt und bis hinunter an den noch jungen Rhein führt. Der Wanderweg folgt dem Flusslauf für etwa 2km – dabei zeigt der Rhein sich von den unterschiedlichsten Seiten. Wild rauschend, sanft plätschernd, schäumend weiss und tiefblau. Ein besonderes Erlebnis: eine mehrere meterlange Hängebrücke, die das grün-blaue Wasser überspannt. Nun erreicht der Wanderweg die Strasse und damit den Eingang zum touristisch erschlossenen Abschnitt der Schlucht (Eintritt: CHF 6.– pro Person). Über 359 Treppenstufen erreicht man das Zentrum der Schlucht. Strudellöcher und riesige Felsen, die Schluchtenwände sind bis zu 300m hoch. Klein und unbedeutend fühlen Wanderer sich hier – ähnlich wie nach dem Aufstieg auf einen Gipfel.

Nach dem Verlassen der Schlucht führt der Wanderweg mehrheitlich einfach weiter nach Thusis. Am Traversiner Steg wird es allerdings nochmal spannend. Diesmal führt die Hängebrücke bergauf und überwindet 22 Höhenmeter – definitiv nur für schwindelfreie Wanderer geeignet!

Rofflaschlucht

Die Rofflaschlucht eignet sich für alle Wanderer, die vielleicht nicht mehr ganz so gut zu Fuss sind oder als kurzer Abstecher auf der Fahrt durch das Tal. Auch hier gilt: lieber am Morgen kommen, dann ist es in der Schlucht noch ruhig. Der Zugang zur Rofflaschlucht erfolgt durch das Gasthaus (Eintzritt: CHF 4.– pro Person). Von 1907 bis 1914 schlug der Inhaber des Gasthauses Christian Pitschen-Melchior einen Gang hinter dem Gasthaus in den Fels. Der Spaziergang über die Felsengalerie dauert ca. 45 Minuten – inklusive reichlich Fotostopps. Ein besonderes Highlight erwartet alle Schluchtenwanderer ganz am Ende der Schlucht. Der Weg führt unter dem Wasserfall hindurch – Abkühlung garantiert!


Übrigens: Beide Schluchten sind auch für Wanderhunde geeignet, aus Sicherheitsgründen sollten die Vierbeiner allerdings an der Leine geführt werden.