Görge Heimann

Görge ist Treppenläufer, Lehrer und dank seiner Begeisterung Präsident von Towerrunning Germany. Neben seiner Leidenschaft unterrichtet er Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen.


Der Rekordjäger

Wir haben in Köln mit ihm gesprochen, wo er mit seiner Frau und seinen zwei Kindern lebt. Seine Begeisterung als Rekordjäger begann, als er mit neun Jahren ein Guinness-Buch geschenkt bekam: „Ich versuchte, einen neuen Rekord im einbeinigen Stehen aufzustellen. Nach einer Stunde musste ich allerdings aufgeben, da mein Bein zu sehr schmerzte.“

Towerrunning

Görge lief schon immer gern. Da ihm Kurzstrecken aber nicht lagen, versuchte er etwas Neues. „Wenn ich nicht trainiere, fühle ich mich wie ein eingesperrtes Wildtier. Towerrunning hat mein Leben von Grund auf verändert. Ich suchte nach neuen Herausforderungen und wollte auf andere Art an meine Grenzen gehen. Ich war erstaunt, wie es sich anfühlt, ein Gebäude zu erklimmen – als würde man einen Berg bezwingen!“

Weltweit der Zehntschnellste im Treppenlauf

Innerhalb eines Jahres war er der weltweit Zehntschnellste im Treppenlauf – einem technisch höchst anspruchsvollen Sport, bei dem lediglich nach Geschlecht, aber nicht nach Alter unterteilt wird. Görge beschreibt die Besonderheit der Disziplin: „Man kann seine Kontrahenten beim Wettkampf zwar hören, aber meistens nicht sehen. Auch wenn man wahrnimmt, wie sie atmen und näherkommen, konzentriert man sich doch bei jedem Schritt immer auf den eigenen Kampf mit der nächsten Stufe.“

Beeindruckende 3'398 Stufen in Shanghai

„Der Geist muss ebenso stark sein wie der Körper. Nur wenige Sekunden trennen Sieg und Enttäuschung.“ Mit seinem Einsatz und seiner Begeisterung hat er es zum Präsidenten von Towerrunning Germany geschafft. Die 2012 gegründete gemeinnützige Organisation zählte anfangs lediglich sechs Mitglieder. Für Görge ist der erste Schritt zur Verwirklichung seines Traums, Towerrunning in den nächsten Jahren zur olympischen Disziplin zu machen. „Im Mai 2020 starte ich zu meiner dritten Weltmeisterschaft, aber am liebsten würde ich 2028 oder 2032 bei den Olympischen Spielen antreten.“ Dann erzählte uns Görge vom letzten Rennen der Saison in Shanghai mit beeindruckenden 3.398 Stufen. Dabei erwähnte er auch, wie wichtig der Gemeinschaftsgeist in diesem Wettkampfsport generell und insbesondere ihm ist. „Towerrunning ist sehr wettbewerbsorientiert, aber auch überaus fair. Mir gefällt sehr, dass alle so nett zueinander sind. Deswegen nennen wir uns auch die Treppenläufer-Familie.“

sport für Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen

„Mein Umfeld, vor allem meine Familie, stärken mein Selbstvertrauen ungemein. Mir ist klar geworden, dass ich fast alles schaffen kann, wenn ich an mich glaube.“ Unter der Woche unterrichtet Görge zudem engagiert Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen. Zu dieser Berufung fand er mit 18 Jahren. Seine sportliche Leidenschaft teilt er auch mit seinen Schülern: „Der Sport verschafft ihnen ein besseres Körperbewusstsein. Sie erkennen, wie wichtig Gesundheit ist, und lernen mit Spass an der Sache, wie wichtig Bewegung ist.“

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