Wie ich meine Wanderstiefel gegen Trailrunningschuhe tauschte

Tipps für den Einstieg ins Trailrunning
Datum 24.09.2020
Lesezeit 5min
Autorin Vicky

Bergsport kommt in vielen Varianten vor. Auf Rädern, auf Skiern, auf Kufen, auf den eigenen Füssen. Ich habe es schon immer geliebt, mich aus eigener Kraft fortzubewegen. Während meiner Studienzeit entdeckte ich das Wandern für mich. Als Ausgleich zum Alltag verbrachte ich die Wochenenden in den Naherholungsgebieten rund um meinen damaligen Wohnort. Dann zog ich in die Schweiz, meine Wanderungen wurden länger, anspruchsvoller, abwechslungsreicher.

"Immer einen Fuss vor den anderen. So verbrachte ich Wochenende um Wochenende, meine Ferien, jede freie Minute."

Immer einen Fuss vor den anderen setzen. Auf Waldboden, auf schmalen Pfaden, auf Forst- und Wirtschaftswegen. Immer einen Fuss vor den anderen. So verbrachte ich Wochenende um Wochenende, meine Ferien, jede freie Minute.

Liebe auf den zweiten Blick

Und weil ich so viel wanderte, wurde ich immer fitter. Was ich aber nie verstehen konnte, waren die Bergläufer, die ich ab und zu sah. Wieso taten die sich das an? Warum wollte man einen Berg hinaufrennen? Inzwischen hatte ich zwar auch meinen Weg in den Laufsport gefunden, aber ich war eindeutig eine Strassenläuferin – bis ich durch Zufall am Trail Surprise in Grindelwald teilnahm.

Bei diesem Rennen erfährt man die Laufstrecke (und die zu bewältigenden Höhenmeter) erst drei Tage vor dem Start. Natürlich war ich aufgeregt, doch sobald ich einmal auf der Strecke war, war es um mich geschehen. Die Aussicht, die weichen Waldwege, der Moment, als ich aus eigener Kraft den Gipfel erreicht hatte – das war für mich einer der schönsten Läufe meines Lebens. Und bis heute liebe ich genau das am Trailrunning – das Schauen, das Geniessen. Bei einem Strassenrennen habe ich das nie so gespürt.

Die Frage nach dem «Warum»

Nun kommt auch Trailrunning in vielen unterschiedlichen Varianten vor – und weil ich nach meinem Einstieg in den Sport schnell beim Ultrarunning gelandet bin, höre ich sie nun selbst, die Frage «Warum tust du dir das an?».

Die Antwort könnte komplex sein. Weil ich die persönliche Herausforderung schätze. Weil ich sehen will, was mein Körper erreichen kann. Weil ich meine eigenen Grenzen verschieben möchte. Weil ich neue Wege entdecken will. Am Ende läuft es aber immer auf eines hinaus: weil ich die Berge und das Laufen liebe.

4 Tipps für deinen Einstieg ins Trailrunning

  • Fang langsam an. Beim Trailrunning und vor allem beim Ultrarunning geht es nicht darum, besonders schnell zu sein. Es geht darum, in Bewegung zu bleiben und jeden Moment zu geniessen, nicht nur den Zieleinlauf. Laufe regelmässig, aber langsam.
  • Besorg dir einen guten Schuh. Ein gut sitzender Trailrunningschuh mit passender Profilierung für deine Bedürfnisse ist das A und O und wird dafür sorgen, dass du lange Spass am Sport hast. Für den Herbst und Winter ist ein wasserfester Schuh, zum Beispiel mit Gore-Tex-Membran, eine gute Wahl.
  • Wähle die richtigen Strecken. Such dir Wege aus, die du laufen kannst, vermeide am Anfang besonders steile Aufstiege, sondern beginne flach oder mit sanften Anstiegen. Du kannst auch mit der Bergbahn hinauffahren und ins Tal zurücklaufen.
  • Hab Spass! Laufe, weil es dir Freude macht, nicht nur, weil es dein Trainingsplan sagt oder weil du anderen Läufer*innen auf Social Media siehst. Laufe immer so, dass es sich für dich gut anfühlt.