Wanderstöcke: Vorteile, richtige Stocklänge und Technik

Wanderstöcke: Vorteile, richtige Stocklänge und Technik

Ob im Jura, im Berner Oberland, im Engadin oder in den Walliser Alpen: Schweizer Wanderwege führen oft über Wurzeln, Geröll, steile Anstiege und lange Abstiege. Genau in solchen Passagen können Wanderstöcke ihre Stärken ausspielen. Ihr Einsatz sorgt für mehr Stabilität, unterstützen die Balance und entlastet Knie, Gelenke und Muskulatur.

Die Begriffe Wanderstöcke und Trekkingstöcke werden dabei meist synonym verwendet. Ob auf einer gemütlichen Tageswanderung oder einer anspruchsvollen Bergtour – richtig eingesetzt können Wanderstöcke den Komfort und die Sicherheit auf vielen Wegen spürbar erhöhen und für Entlastung sorgen.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Wanderstöcke sorgen für mehr Stabilität und Trittsicherheit auf unebenem, rutschigem oder steilem Gelände.
  • Die richtige Stocklänge orientiert sich an einem Ellenbogenwinkel von etwa 90 Grad und kann je nach Gelände angepasst werden.
  • Bergauf werden Wanderstöcke etwas kürzer, bergab etwas länger eingestellt.
  • Eine korrekte Technik beim Stockeinsatz entlastet Knie und Gelenke und verbessert die Kraftübertragung beim Gehen.
  • Je nach Einsatzbereich eignen sich Teleskop- oder Faltstöcke sowie Modelle aus Aluminium oder Carbon.

 

Was bringen Wanderstöcke konkret?

Die Vorteile der Verwendung von Wanderstöcken zeigen sich besonders auf langen Touren, bei Abstiegen und beim Wandern mit Rucksack:

  • Wanderstöcke können die Belastung der Knie beim Bergabgehen reduzieren und Gelenke entlasten.
  • Sie verbessern Stabilität und Trittsicherheit bei Trekkingtouren auf rutschigem, steinigem oder unebenem Untergrund.
  • Das Körpergewicht wird gleichmässiger verteilt, wodurch Arme und Oberkörper einen Teil der Belastung beim Trekking übernehmen.
  • Mit schwerem Gepäck unterstützen Wanderstöcke eine aufrechte Haltung und sorgen für mehr Balance.
  • Auf Schnee, Matsch oder weichen Böden verhindern Stockteller ein zu tiefes Einsinken.

Je nach Einsatzbereich kommen unterschiedliche Modelle infrage

Aluminiumstöcke gelten als besonders robust und preiswert, während Carbonstöcke mit geringem Gewicht und guter Vibrationsdämpfung überzeugen.

Bei INTERSPORT findest du ein breites Sortiment an Wander-Ausrüstung für deine Touren.

Auch die Bauart spielt eine Rolle

Teleskopstöcke lassen sich flexibel an das Gelände anpassen, Faltstöcke punkten mit einem kleinen Packmass und machen Sinn für Touren, bei denen die Stöcke häufig verstaut werden.

Welche Wanderstöcke am besten zu dir passen, hängt von deinem Einsatzbereich, dem Gelände und deinen persönlichen Vorlieben ab.

Stocklänge richtig wählen: Faustformeln & Tipps

Die richtige Stocklänge trägt entscheidend zu Komfort, Sicherheit und einer effizienten Kraftübertragung bei. Als Grundregel gilt: Stehst du aufrecht und hältst den Stock senkrecht auf dem Boden, sollte dein Ellenbogen einen Winkel von etwa 90 Grad bilden.

Berechnung

Zur Orientierung kannst du deine Körpergrösse mit 0,68 multiplizieren. Bei einer Körpergrösse von 175 cm ergibt das eine empfohlene Stocklänge von rund 120 cm. Dieser Wert dient als Empfehlung und kann je nach Gelände und persönlichem Empfinden angepasst werden.

Für Aufstiege werden Wanderstöcke meist um fünf bis zehn Zentimeter kürzer eingestellt. Bergab dürfen sie entsprechend etwas länger sein, um Knie und Gelenke besser zu entlasten.

Verstellbare Teleskopstöcke bieten dabei den Vorteil, dass sich die Länge schnell und einfach an unterschiedliche Geländeformen anpassen lässt.

Wanderstöcke richtig einsetzen

Die richtige Technik entscheidet darüber, wie stark Wanderstöcke dich tatsächlich unterstützen. Bereits kleine Anpassungen können für mehr Komfort und Stabilität sorgen. Hier gibt es einen Überblick:

  • Auf ebenen Wegen: Setze die Stöcke im natürlichen Gehrhythmus ein. Dabei bewegt sich der linke Wanderstock mit dem rechten Fuss und umgekehrt.
  • Bergauf: Stelle die Stöcke etwas kürzer ein und setze sie nahe am Körper auf. So kannst du Arme und Oberkörper aktiv zur Unterstützung nutzen.
  • Bergab: Verlängere die Stöcke leicht und platziere sie vor dem Körper. Dadurch wird ein Teil der Belastung von Knien und Gelenken abgefangen.
  • Schlaufen richtig nutzen: Greife von unten durch die Schlaufe, damit die Belastung nicht nur auf den Händen liegt. Das spart Kraft auf längeren Touren.
  • Bei wechselndem Gelände: Verstellbare Wanderstöcke ermöglichen eine schnelle Anpassung der Länge und sorgen für mehr Komfort auf Auf- und Abstiegen.

Nachteile und typische Fehler

Wanderstöcke bieten viele Vorteile, sind aber nicht in jeder Situation die beste Wahl. Wer sie auf einfachen Wegen dauerhaft nutzt, trainiert Gleichgewicht und Trittsicherheit weniger aktiv. Deshalb kann es sinnvoll sein, die Stöcke auf unkomplizierten Abschnitten gelegentlich zu verstauen.

Ein häufiger Fehler ist die falsche Einstellung der Stocklänge. Zu lange oder zu kurze Wanderstöcke können die Haltung beeinträchtigen und den gewünschten Entlastungseffekt reduzieren. Auch lockere Verschlüsse oder beschädigte Spitzen am Trekkingstock sollten vor jeder Tour kontrolliert werden.

In Kletterpassagen, ausgesetztem Gelände oder an seilversicherten Stellen sind freie Hände oft wichtiger als zusätzliche Unterstützung. In solchen Situationen werden Wanderstöcke am besten am Rucksack befestigt.

Fazit

Wanderstöcke können auf vielen Wanderungen einen spürbaren Unterschied machen. Sie entlasten Knie und Gelenke, verbessern die Stabilität auf unebenem Untergrund und sorgen besonders bei langen Auf- und Abstiegen für mehr Komfort. Damit sie ihre Vorteile voll ausspielen können, sind die richtige Stocklänge, das Material und eine passende Technik entscheidend.

Ob auf einer gemütlichen Wanderung im Jura oder einer anspruchsvollen Bergtour in den Alpen: Mit korrekt eingestellten Wanderstöcken lässt sich die Belastung für Rücken, Knie und Muskulatur mit jedem Schritt besser verteilen und die Trittsicherheit bei dieser Sportart erhöhen. Wer die passende Stocklänge für seine Trekkingstöcke wählt und die Wanderstöcke richtig einsetzt, profitiert auf vielen Touren von mehr Komfort, Stabilität und Sicherheit.

Wir wünschen dir viel Spass auf deiner nächsten Wanderung durch die Berge.


FAQ

Braucht man Wanderstöcke beim Wandern?

Wanderstöcke sind nicht zwingend notwendig, können aber auf vielen Touren sinnvoll sein. Sie entlasten die Knie bei Abstiegen, verbessern die Stabilität auf unebenem Untergrund und sorgen besonders bei längeren Wanderungen für mehr Sicherheit und Entlastung der Muskeln und der Wirbelsäule. So optimierst du deine Performance und sorgst vor allem für ein Extra an Sicherheit.

Welche Länge sollten Wanderstöcke haben?

Die richtige Stocklänge ist erreicht, wenn dein Ellenbogen beim Aufsetzen des Stocks ungefähr einen Winkel von 90 Grad bildet. Viele verstellbare Modelle lassen sich zudem für Aufstiege und Abstiege individuell anpassen. Bei der Berechnung der richtigen Länge unterstützen die Expertinnen und Experten bei INTERSPORT dich gern.

Wie stelle ich Wanderstöcke richtig ein?

Auf flachem Gelände orientierst du dich an der 90 Grad Regel. Bergauf werden die Stöcke meist etwas kürzer eingestellt, während sie bergab etwas länger sein dürfen, um Knie und Gelenke besser zu entlasten.

Wie verwendet man Wanderstöcke richtig?

Auf ebenen Wegen werden die Stöcke im natürlichen Gehrhythmus eingesetzt, also gegengleich zu den Beinen. In steilem Gelände unterstützen sie zusätzlich die Balance und helfen dabei, die Belastung gleichmässiger auf den Körper zu verteilen.

Sind Wanderstöcke gut für die Knie?

Ja, besonders bei längeren Abstiegen können Wanderstöcke die Belastung auf Knie und Gelenke reduzieren. Durch die zusätzliche Abstützung wird ein Teil der Kräfte über Arme und Oberkörper aufgenommen.

Welche Wanderstöcke eignen sich für Einsteiger?

Für Einsteiger sind verstellbare Aluminium Wanderstöcke oft eine gute Wahl. Sie kombinieren eine robuste Bauweise mit einfacher Handhabung und eignen sich für unterschiedlichste Wanderungen in der Schweiz.

Wann sollte man Wanderstöcke nicht verwenden?

In einfachen Passagen können Wanderstöcke zwischendurch verstaut werden, um Gleichgewicht und Trittsicherheit zu trainieren. Bei Kletterstellen, seilversicherten Abschnitten oder sehr engem Felsgelände sind freie Hände oft die bessere Wahl.

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